Freizeitaktivitäten
 

 

 

 

 

 


        Bootstour vom 24.05.-25.05.2002

 

 

Ende August machten wir eine Schlauchboottour auf der Weser. Wir liehen uns Boote, beanspruchten den Unimog für ein Wochenende und machten alle Jugendlichen und einige Eltern mobil. Freitag Abend wurden alle notwendigen und nicht notwendigen Sachen auf dem Unimog verstaut. Samstag morgen um 6.00 Uhr fuhren die Bootbeauftragten Richtung Wehrden. Die Jugendlichen trafen sich um 8.00 Uhr mit den restlichen Betreuen und der Verpflegung und fuhren wohl gelaunt Richtung Weser. Wenn alles nach Plan verlaufen wäre, hätten wir sofort in die Boote steigen können und los paddeln können, aber die Bootsspezialisten hatte noch nicht mal die Boote startklar. Also hieß es anpacken. Die Verpflegung wurde auf dem Unimog verladen und die Boote und die Mannschaft startklar gemacht. Wir fuhren mit 3 Schlauchbooten jedes Boot hatte 2 Erwachsene an Bord. Die Boote wurden zu Wasser gelassen und schon kam es zu den ersten Problemen. In welche Richtung müssen wir eigentlich paddeln? Wir probierten es erst mal gegen den Strom, das gaben wir aber sehr schnell wieder auf, das war zu anstrengend. In einigen Booten war die Rollenverteilung noch unklar, wer ist Käpt´n, wer 1. Offizier und wer paddelt. Unser Boot hatte da so seine eigene Methode das zu klären, derjenige der am besten singen konnte von uns Erwachsenen sollte zum Käpt´n ernannt werden. Sieger dieser Aktion war ohne Frage Käpt´n Reiner, keiner konnte so viele Seemannslieder singen wie er. Die restliche Mannschaft ergab sich ihrem Schicksal und paddelte im Takt mit. Ein anderes Boot versuchte es mit harter Disziplin und Kommandos wie „Pult ihr Hunde, pult!“ man kam sich vor wie auf einem Kasernenhof, sehr zum Leidwesen der restlichen Mannschaft. Sie reagierten auch prompt auf den scharfen Ton hinter ihnen. Holten die Ruder ein und ließen die beiden Betreuer alleine paddeln.  Das dritte Boot hatte die beste Lösung. Alle paddelten als wäre der Teufel hinter ihnen her. Sie waren immer die ersten. Hat ihnen auch nicht viel gebracht, weil sie immer auf die restlichen Boote warten mussten. Das Boot machte das auch nicht lange mit, es verlor immer mehr an Luft, sehr zum Leidwesen der Besatzung. Bei jeder Pause musste Luft nachgepumpt werden, wiederum zur Freude der restlichen Gruppe. Am Nachmittag pünktlich zur Kaffeezeit erreichten wir den Campingplatz in Holzminden. Kurz bevor wir mit den Booten anlegen wollten, musste doch tatsächlich noch einer trotz ausdrücklichem Verbotes ins Wasser fallen.

 

 

 

 

Als erprobte Seebären hatten wir die Situation völlig im Griff. Er wurde ohne Rettungsring und doppeltem Boden aus dem Wasser gerettet. Unser schwer beladener Unimog war auch schon lange da, aber glaubt man ja nicht das irgendwer schon mal irgendwas ausgepackt oder aufgebaut hätte. Also mussten wir erst mal zupacken und zum Glück hatten wir genug Erwachsene mitgenommen.

 

 

Dann wurde der Kuchen ausgepackt und der gemütliche Teil wurde eröffnet. Die Erwachsenen mussten sich von den Strapazen erst einmal erholen, die Jugendlichen wollten lieber noch ins Freibad. Zwei Betreuer wurden aus dem müden Haufen

ausgewählt und mitgeschickt. Als der Schwimmbadtrupp zurück kam wurde gerade das Lagerfeuer errichtet. Alles freute sich schon aufs Essen in diesem Moment fing es an Bindfäden zu regnen. Also alles wieder in die Zelte und auf den Unimog. Die

Jugendlichen maulten weil sie Hunger hatten, die Erwachsenen ertrugen das Ganze mit Humor. Es wurde beschlossen schon mal mit den Salaten anzufangen damit keiner verhungern musste. Als alle satt und zufrieden waren hörte es natürlich auch prompt auf zu regnen. Das Feuer wurde sofort angezündet, die Bänke und das Essen wieder auf seine alten Plätze geräumt und alle waren zufrieden. Dann wurde das gemütliche Lagerfeuer auch durch keine besonderen Vorkommnisse mehr gestört. Am nächsten Morgen krochen dann nach und nach die müden Krieger aus ihren Zelt und sonstigen Schlafstätten hervor. Das Chaos vom Vortag wurde beseitigt und der Frühstücksbringdienst (unsere Ortsbrandmeisterin Martina und unsere fleißigen Helfer in der Not Ilona und Matte). Der Tag war gerettet. Die Zelte wurden abgebaut und alles wieder verstaut. Die kleinen Meinungsverschiedenheiten in der Truppe beim abbauen und beladen erwähnen wir lieber nicht. Es wurde noch versucht unsere Fotogene Seite zu entdecken, ob es gelungen ist könnt ihr ja selber entscheiden. Der zweite Tag auf hoher See verlief fast genauso wie der erste. Nur das die Mannschaften immer weniger auf ihre Kapitäne hörte. Beim Boot mit dem Kasernenhofton meuterten mittlerweile sogar schon die 1. Offiziere ganz zu schweigen von der Mannschaft. Auch das Boot was am Vortag meilenweit voraus war, ließ mit seiner Motivation zu wünschen über. Nur der singende Käpt´n hatte alles im Griff, denn die hatten schon beim Frühstück beschlossen man wollte sich nicht zu sehr anstrengen. Sie ließen sich treiben und sangen ein Seemannslied nach dem anderen. Sehr zum Leidwesen der anderen Boote und zur Freude der eigenen Besatzung. Das Boot mit der meuterten Besatzung ließ sich etwas neues für die Motivation einfallen. Es wurden schauerliche Geschichten erzählt. Es war von einem deutschen Riesenhasen, von einem weißen Weserwal und von den Weserstromschnellen die Rede. Die Geschichte wurden sehr ernst und ohne ein Grinsen erzählt. Die Besatzung hörte gespannt zu. Als die Geschichte zu Ende war fragten sich alle: Ist das wirklich war?? Was wenn ja?? Dann müssten jeden Moment die Weserstromschnellen kommen und dann müssten sie um ihr Leben paddeln. Das Risiko war zu groß. Sie paddelten um ihr Leben, das erste mal an diesem Wochenende. Sehr zur Freude des Käpt´n und der restlichen Boote. Irgendwann erkannten sie das gar keine Stromschnellen kamen und sofort war es vorbei mit der Motivation. Seitdem glauben sie uns eigentlich egal was wir erzählen nichts mehr.

 

 

 

 

Gegen 15.00 Uhr erreichte das undichte Boot gerade noch Bodenwerder, es war wirklich kurz vorm kentern. Die Mitte saß fast im Wasser. Es hatte sich sogar ein Begrüßungskomitee eingefunden. Die Boote wurden aus dem Wasser geholt und die Luft herausgelassen. Die fleißigen Mannschaften mussten sich erst mal bei Brause und Kuchen stärken. Danach wurden die Boote und die Sachen verstaut und dann ab nach Hause. Trotz der Strapazen waren sich alle einig: Das machen wir noch mal.

 

 

 

2004 geht es wieder auf die Weser!!!!!