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Ende
August machten wir eine Schlauchboottour auf der Weser. Wir liehen uns Boote,
beanspruchten den Unimog für ein Wochenende und machten alle Jugendlichen und
einige Eltern mobil. Freitag Abend wurden alle notwendigen und nicht notwendigen
Sachen auf dem Unimog verstaut. Samstag morgen um 6.00 Uhr fuhren die
Bootbeauftragten Richtung Wehrden. Die Jugendlichen trafen sich um 8.00 Uhr mit
den restlichen Betreuen und der Verpflegung und fuhren wohl gelaunt Richtung
Weser. Wenn alles nach Plan verlaufen wäre, hätten wir sofort in die Boote
steigen können und los paddeln können, aber die Bootsspezialisten hatte noch
nicht mal die Boote startklar. Also hieß es anpacken. Die Verpflegung wurde auf
dem Unimog verladen und die Boote und die Mannschaft startklar gemacht. Wir
fuhren mit 3 Schlauchbooten jedes Boot hatte 2 Erwachsene an Bord. Die Boote
wurden zu Wasser gelassen und schon kam es zu den ersten Problemen. In welche
Richtung müssen wir eigentlich paddeln? Wir probierten es erst mal gegen den
Strom, das gaben wir aber sehr schnell wieder auf, das war zu anstrengend. In
einigen Booten war die Rollenverteilung noch unklar, wer ist Käpt´n, wer 1.
Offizier und wer paddelt. Unser Boot hatte da so seine eigene Methode das zu klären,
derjenige der am besten singen konnte von uns Erwachsenen sollte zum Käpt´n
ernannt werden. Sieger dieser Aktion war ohne Frage Käpt´n Reiner, keiner
konnte so viele Seemannslieder singen wie er. Die restliche Mannschaft ergab
sich ihrem Schicksal und paddelte im Takt mit. Ein anderes Boot versuchte es mit
harter Disziplin und Kommandos wie „Pult ihr Hunde, pult!“ man kam sich vor
wie auf einem Kasernenhof, sehr zum Leidwesen der restlichen Mannschaft. Sie
reagierten auch prompt auf den scharfen Ton hinter ihnen. Holten die Ruder ein
und ließen die beiden Betreuer alleine paddeln. Das dritte Boot hatte die beste Lösung. Alle paddelten als wäre
der Teufel hinter ihnen her. Sie waren immer die ersten. Hat ihnen auch nicht
viel gebracht, weil sie immer auf die restlichen Boote warten mussten. Das Boot
machte das auch nicht lange mit, es verlor immer mehr an Luft, sehr zum
Leidwesen der Besatzung. Bei jeder Pause musste Luft nachgepumpt werden,
wiederum zur Freude der restlichen Gruppe. Am Nachmittag pünktlich zur
Kaffeezeit erreichten wir den Campingplatz in Holzminden. Kurz bevor wir mit den
Booten anlegen wollten, musste doch tatsächlich noch einer trotz ausdrücklichem
Verbotes ins Wasser fallen.
Als
erprobte Seebären hatten wir die Situation völlig im Griff. Er wurde ohne
Rettungsring und doppeltem Boden aus dem Wasser gerettet. Unser schwer beladener
Unimog war auch schon lange da, aber glaubt man ja nicht das irgendwer schon mal
irgendwas ausgepackt oder aufgebaut hätte. Also mussten wir erst mal zupacken
und zum Glück hatten wir genug Erwachsene mitgenommen.
Dann
wurde der Kuchen ausgepackt und der gemütliche Teil wurde eröffnet. Die
Erwachsenen mussten sich von den Strapazen erst einmal erholen, die Jugendlichen
wollten lieber noch ins Freibad. Zwei Betreuer wurden aus dem müden Haufen
ausgewählt
und mitgeschickt. Als der Schwimmbadtrupp zurück kam wurde gerade das
Lagerfeuer errichtet. Alles freute sich schon aufs Essen in diesem Moment fing
es an Bindfäden zu regnen. Also alles wieder in die Zelte und auf den Unimog.
Die
Jugendlichen
maulten weil sie Hunger hatten, die Erwachsenen ertrugen das Ganze mit Humor. Es
wurde beschlossen schon mal mit den Salaten anzufangen damit keiner verhungern
musste. Als alle satt und zufrieden waren hörte es natürlich auch prompt auf
zu regnen. Das Feuer wurde sofort angezündet, die Bänke und das Essen wieder
auf seine alten Plätze geräumt und alle waren zufrieden. Dann wurde das gemütliche
Lagerfeuer auch durch keine besonderen Vorkommnisse mehr gestört. Am nächsten
Morgen krochen dann nach und nach die müden Krieger aus ihren Zelt und
sonstigen Schlafstätten hervor. Das Chaos vom Vortag wurde beseitigt und der Frühstücksbringdienst
(unsere Ortsbrandmeisterin Martina und unsere fleißigen Helfer in der Not Ilona
und Matte). Der Tag war gerettet. Die Zelte wurden abgebaut und alles wieder
verstaut. Die kleinen Meinungsverschiedenheiten in der Truppe beim abbauen und
beladen erwähnen wir lieber nicht. Es wurde noch versucht unsere Fotogene Seite
zu entdecken, ob es gelungen ist könnt ihr ja selber entscheiden. Der zweite
Tag auf hoher See verlief fast genauso wie der erste. Nur das die Mannschaften
immer weniger auf ihre Kapitäne hörte. Beim Boot mit dem Kasernenhofton
meuterten mittlerweile sogar schon die 1. Offiziere ganz zu schweigen von der
Mannschaft. Auch das Boot was am Vortag meilenweit voraus war, ließ mit seiner
Motivation zu wünschen über. Nur der singende Käpt´n hatte alles im Griff,
denn die hatten schon beim Frühstück beschlossen man wollte sich nicht zu sehr
anstrengen. Sie ließen sich treiben und sangen ein Seemannslied nach dem
anderen. Sehr zum Leidwesen der anderen Boote und zur Freude der eigenen
Besatzung. Das Boot mit der meuterten Besatzung ließ sich etwas neues für die
Motivation einfallen. Es wurden schauerliche Geschichten erzählt. Es war von
einem deutschen Riesenhasen, von einem weißen Weserwal und von den
Weserstromschnellen die Rede. Die Geschichte wurden sehr ernst und ohne ein
Grinsen erzählt. Die Besatzung hörte gespannt zu. Als die Geschichte zu Ende
war fragten sich alle: Ist das wirklich war?? Was wenn ja?? Dann müssten jeden
Moment die Weserstromschnellen kommen und dann müssten sie um ihr Leben
paddeln. Das Risiko war zu groß. Sie paddelten um ihr Leben, das erste mal an
diesem Wochenende. Sehr zur Freude des Käpt´n und der restlichen Boote.
Irgendwann erkannten sie das gar keine Stromschnellen kamen und sofort war es
vorbei mit der Motivation. Seitdem glauben sie uns eigentlich egal was wir erzählen
nichts mehr.
Gegen
15.00 Uhr erreichte das undichte Boot gerade noch Bodenwerder, es war wirklich
kurz vorm kentern. Die Mitte saß fast im Wasser. Es hatte sich sogar ein Begrüßungskomitee
eingefunden. Die Boote wurden aus dem Wasser geholt und die Luft herausgelassen.
Die fleißigen Mannschaften mussten sich erst mal bei Brause und Kuchen stärken.
Danach wurden die Boote und die Sachen verstaut und dann ab nach Hause. Trotz
der Strapazen waren sich alle einig: Das machen wir noch mal.
2004 geht es wieder auf die Weser!!!!!